The Badisch Beer Blog

#Biergebabbel: Früchte im Bier – Muss das?

Sprechen wir von Früchten im Bier, denken viele mit Sicherheit direkt an Biere wie dem „Schöfferhofer Grapefruit“, auch wenn dort nicht wirklich Früchte enthalten sind. Aber genau diesem Thema soll sich der folgende Beitrag widmen, denn es geht auch anders.

Wir befinden uns in Baden-Württemberg, in dem – mit Bayern – eines der strengsten Biergesetze gelten. Früchte sind im Reinheitsgebot nun mal nicht vorgesehen, aber darf ich es dann überhaupt noch Bier nennen? Rein rechtlich gesehen nicht. Jetzt könnte man das Ganze ignorieren, aber wenn es um Bierbrauen geht, verstehen die Gesetzeshüter scheinbar keinen Spaß wie zum Beispiel beim Fall „Camba Bavarias Milk Stout„.

Und wieso kommen wir jetzt auf die Idee, einen Beitrag über Früchte im Bier zu schreiben?
Ganz einfach. Vor einiger Zeit sind wir über die Schweden von Brewski gestolpert, die sehr erfolgreich Früchte in ihren Bieren vergären und somit zusätzlich zur Kalthopfung noch fruchtigere Aromen in ihr Bier bekommen. Ausserdem haben wir vor nicht all zu kurzer Zeit in Wien die Jungs von Next Level Brewing kennen gelernt, die gerade Ihr „Tropical Passion“, ein Bier mit Maracuja, erneut auf den Markt gebracht haben.

Und nach all diesen Eindrücken und Geschmacksnoten haben wir uns schlicht und einfach gefragt: Muss das, Früchte im Bier? Und wenn ja, wie bewerkstelligt man das im Brauprozess?

Zur ersten Frage, ob das muss, die kurze Antwort: Ja!
Früchte im Bier sollten nicht missverstanden und auch nicht abwertend betrachtet werden, denn Früchte im Bier bringen so viele neue Geschmacksnoten in das Geschmacksprofil, die ein Hopfen nur ansatzweise in großen Mengen oder gar nicht schafft. In Zeiten, in denen ein Großkonzern mal eben die komplette südafrikanische Hopfenernte aufkauft, kann der Griff zu Früchten auch mal eine interessante Alternative sein, um seine Geschmackskompositionen zu überdenken.
Und nicht nur das, es schmeckt auch einfach richtig lecker! Manch Bierliebhaber lehnt Fruchtbiere zwar kategorisch ab, aber wir finden, es bereichert die (Craft-)Bier-Landschaft ungemein.

Nun noch die spannende Frage, zu welchem Zeitpunkt bekommt das Bier denn seine Früchte?
Früchte und deren Aromen in ein Bier zu bekommen, gleicht einer Kalthopfung. Die Früchte kommen in den Gärtank, also direkt in die Bierwürze, und bleiben dort eine beliebig lange Zeit. Einige Brauer schwören darauf, die Früchte nach dem Ende der Hauptgärung zu entfernen, andere lassen Sie gern länger drin und pressen die Früchte anschließend noch im Bier aus.
Egal wie, solange die Fruchtnoten der Früchte nicht das komplette Bier überdecken und sich in das Gesamtbild einfügen, ist unserer Meinung nach absolut nichts gegen ein Bier mit Früchten einzuwenden. Sollten die Fruchtaromen allerdings alles überdecken, sei einem doch eher der Griff zum Fruchtsaft geraten.

Wir empfehlen:
Stöbert mal durch das Sortiment von Brewski oder greift euch das „Tropical Passion“ von Next Level Brewing, welches demnächst in Deutschland erhältlich sein sollte, und lasst den Geschmack auf euch wirken. Ihr werdet überrascht sein.

P.S. „Mango Hallon Feber“ von Brewski, sowie „Tropical Passion“ von Next Level Brewing stellen wir euch auch in Kürze hier auf hoptimizer.de vor!

Hoptimizer Hoptimizer • 4. Juni 2017


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