The Badisch Beer Blog

#Biergebabbel: Yes we Can!

Dosenbier im Wandel der Zeit – Dosenbier ist das neue Chic!
Hätte man vor ein paar Jahren noch gesagt, man solle lieber Dosenbier als Flaschenbier kaufen, wäre man noch ausgelacht worden. Dosenbier hat schon seit jeher ein „Assi“-Image, das aber vollkommen unbegründet ist. Betritt man heutzutage einen Craft-Beer-Laden, kommt man um Dosenbier fast nicht mehr herum. Und das kommt nicht von ungefährt, sondern hat einen guten Grund und das nicht nur weil es vielleicht besser zu transportieren ist.

Geht der Deutsche heute in den Getränkemarkt hält er automatisch ausschau nach Bierflaschen.
Warum? Weil die Bierflaschen im Bierkasten gut zu transportieren sind, weil Bierflaschen in den deutschen Köpfen mehr Sinn machen und auch einfach Tradition sind. Und warum soll das mehr Sinn machen? Glasflaschen sind doch umweltfreundlicher und das war halt schon immer so. Genau dieses „Das war halt schon immer so“ sollte sich schleunigst ändern, denn Dosen sind im Karton mindestens genau so gut zu transportieren wie Bierflaschen im Bierkasten und ebenso umweltfreundlich, denn im Gegensatz zu Glas korrodiert Metall und löst sich früher oder später komplett auf. Wer weitergehend denkt, hochwertiges Bier nur in Glasflaschen zu finden liegt ebenfalls falsch.

Aber beginnen wir mal von vorn: Bier in der Dose wurde erstmals 1933, nach der Prohibition, von der Gottfried Krueger Brewing Company in den USA abgefüllt, zuerst aber nur zu Testzwecken. Am 24. Januar 1935 stand Dosenbier in den USA zum ersten Mal in den Regalen der Geschäfte. Noch im selben Jahr wurden in den USA 200 Millionen Bierdosen verkauft. In den 1940ern wurde die Produktion der Dosen dann wieder zurückgeschraubt, da auf Grund des zweiten Weltkriegs chronische Metallknappheit herrschte.
Mit Einführung des Dosenpfandes am 01. Januar 2003 in Deutschland verschwand die Bierdose auch erstmal wieder von der Bildfläche deutscher Supermärkte, kämpft sich nun aber nach und nach zurück.

Auch die Craft-Beer-Brauer haben in den letzten Monaten und Jahren immer mehr die Bierdose für sich entdeckt. Denn eine Dose garantiert frisches Bier und frischen Genuss. Das Behältnis ist absolut luftdicht und lässt weder das Eindringen von Sauerstoff noch das Austreten von CO2 zu. Zudem ist sie im Gegensatz zur gefärbten Glasflasche komplett lichtdicht. Licht ist ein entscheidender Faktor, der einen gar nicht mal so seltenen Bierfehler verursachen kann. Es beeinflusst die Hopfenaromen und gibt dem Bier einen typischen Beigeschmack, den man als muffig, etwas käsig und schwefelig beschreiben kann. Den Effekt hat mit Sicherheit jeder schon einmal geschmeckt – auch bei bekannten Biermarken. Dieser „Lichtgeschmack“ ist bei Dosenbier physikalisch nicht möglich. „Aber sowas kann doch mit Dosen auch passieren, dass der Geschmack irgendwann leidet!“ – Jain. Natürlich schwindet der Geschmack an Hopfenaromen mit der Zeit, aber nicht wegen Lichteinfall, Hitze oder Sauerstoff, sondern weil sich in jedem Bier, um so älter es wird, die Hopfenaromen verändern und verblassen.
Kilian Küsters, Bierbotschafter und Besitzer vom Karlsruher Bier., hat hier vor kurzem mal ein spannendes Experiment mit drei Bieren der gleichen Sorte (und des gleichen Suds) gewagt. Eine Dose stand eine ganze Zeit lang im Schaufenster über der Heizung, ein anderes war die selbe Zeit im Kühlschrank gelagert und ein drittes bereits über dem Verfallsdatum. Nun ja, das Ergebnis war ziemlich unspektakulär, denn bei der ersten Geschmacksprobe konnte er nahezu keine Unterschiede feststellen. Zugegeben, ein sehr simples Experiment, aber das Ergebnis ist Bestätigung genug.

Abgesehen von den physikalischen Eigenschaften der Dose, die ein Segen für das Bier sind, gibt es hier noch den Ästhetik-Faktor. Ganz egal ob 0,33L- oder 0,5L-Dose: schaut man sich in einem Craft-Beer-Store um, fällt auf, dass nahezu jede Dose nur so vor Präsenz strotzt. Meist nutzen die Brauereien die größere Oberfläche der Dose aus, um eben jene Geschmacksvielfalt des Bieres auch im Dosendesign zu transportieren. Das hat natürlich im Gegensatz zu den altbekannten Discount-Dosenbieren von „damals“ einen weiteren Vorteil: Craft-Beer-Neulingen wird auf visuellem Wege verdeutlicht wie vielfältig die Bierlandschaft sein kann. Und das wiederum kommt natürlich auch der Craft-Beer-Szene zu Gute. Wie oft haben wir schon Nicht-Bier-Fans eine auffällig gestaltete Bierdose vorgestellt und sofort kam die Reaktion „Wow, die Dose sieht geil aus. Jetzt bin ich aber auf den Geschmack gespannt“.

Unser Dosen-Fazit: Benötigt es hier noch weitere Worte? Sollte es ein Bier in der Dose geben, empfehlen wir ganz klar, danach zu greifen und eher weniger nach der Flasche. Die oben genannten Faktoren und der erwähnte Test zeigen ein klares Ergebnis, so dass es eigentlich nur eine korrekte Wahl gibt.

Hoptimizer Hoptimizer • 23. Juli 2017


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