The Badisch Beer Blog

Ein Besuch in der „Black Isle Bar“ Inverness

Auf unserer Reise durch Schottland kamen wir natürlich nicht um die Hauptstadt der Highlands herum: Inverness. Ein wunderschönes kleines Städtchen, gelegen am Meer sowie am Fluss Ness. Etwas versteckt in einer Seitenstraße befindet sich hier eine Brauerei-Bar namens „Black Isle Bar“, die jedes Craft-Beer-Herz höher schlagen lässt. 26 Biere vom Fass, davon viele eigens gebraute Biere sowie an die 100 Biere aus dem Kühlschrank, dazu selbst gemachte Steinofen-Pizza – ein Traum!

Die Brauerei, die sich dahinter verbirgt, ist die Black Isle Brewery. Sie wurde bereits 1998 von einem arbeitslosen Bierliebhaber gegründet. Heute, 19 Jahre später, hat sich um die mittlerweile nicht mehr so kleine Brauerei ein ganz eigener Kosmos gebildet. So wird nicht nur die eigene Gerste angebaut, die natürlich nicht komplett für all das Bier reicht, sondern auch Gemüse, welches zu den hauseigenen Speisen verarbeitet wird. Regionalität vom feinsten.

Also nichts wie rein, Pizza bestellt und ein paar hauseigene Biere probiert:

Goldeneye Cask – India Pale Ale – 5,6%
Unser erstes IPA aus dem Hause „Black Isle“ ist das Goldeneye Cask. Ein bernsteinfarbenes Bier, welches der Bezeichnung „Ale“ alle Ehre macht, denn es befindet sich kaum Schaum auf dem Bier. Geschmacklich schwankt das IPA zwischen einem tropischen Fruchtmix und einer ausgeprägten Malznote mit einer minimalen Bittere. Letzteres führt zu einer recht passablen Trinkbarkeit, auch für nicht Craft-Beer-Fans. Leider gibt es einen großen Kritikpunkt, der für viele wahrscheinlich gar kein Kritikpunkt ist, aber Geschmäcker sind nunmal verschieden: wie es in Großbritannien so üblich ist, ist das Bier extrem wenig karbonisiert, hat also sehr wenig Kohlensäure.
Unser Urteil: rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon

Goldfinch – Session IPA – 3,5%
Der Goldfink der „Black Isle Brewery“ ist ein Session India Pale Ale mit schmalen 3,5%. Also ein IPA für Zwischendurch mit tollen Hopfennoten, easy drinking. Denkt man. Leider falsch gedacht. Dieser bernsteinfarbene Goldfink ist ebenfalls mit sehr wenig Schaum geschmückt und hat generell von allem recht wenig. Wenig Hopfennoten, wenig Bittere und wenig Kohlensäure. Einzig und allein die Malznoten kommen sehr stark durch und tragen somit das komplette Bier. An dieser Stelle darf man diese Aufzählung von „wenig“ nicht falsch verstehen, das Bier ist gut, nur leider in Allem, ausser dem Malz, zu schwach auf der Brust.
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23 Trees – Citra Saison – 6,6%
Ein Single Hop Saison nur mit Citra-Hopfen? Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. 23 Trees zeigt sich recht klar im Glas, vermutlich lang gelagert, da es immernoch eine minimale Grundtrübe mit sich bringt. Im Geruch bewegen wir uns hier in einem leicht säuerlichen Bereich, welcher aber im Geschmack komplett weicht und sich eher als Banane- und Joghurt-Aroma entpuppt. Eine leicht malzige Note aus Weizen ist ebenfalls schmeckbar, allerdings ohne dem Bier einen vollmundigen Weizenkörper zu geben. Leider fehlt auch hier wieder ein Großteil der sonst im Bier bekannten Kohlensäure.
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Red Kite – Amber Ale – 4,2%
Abschließend muss noch ein dunkleres Bier her. Da fällt uns das „Red Kite“, ein Amber Ale, ins Auge. Dieses rötlich-braune Bier sieht im Glas wirklich wunderschön aus, nur auch hier fehlt wieder der Schaum. Im Geruch wehen auch wieder etwas säuerliche Noten in die Nase, da das Bier aber sehr malzlastig zu sein scheint, wundert dieser Fakt auch nicht. Geschmacklich ist es sehr karamellig mit einem Mix aus dunklen Früchten wie schwarze Johannisbeere. Auch wenn die beerige Note scheinbar vom Hopfen kommt, ist auch dieses Bier eher malzbetont und im Gegensatz zu seinen Vorgängern ausreichend karbonisiert. Davon gern mehr.
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Die „Black Isle Bar“ ist definitiv ein Besuch wert, sollte es euch mal nach Schottland verschlagen. Auch wenn wir bereits wussten, dass typische (besonders britische) Ales einfach wenig karbonisiert, wurde es uns hier erstmals wieder ins Bewusstsein gerufen. Nahezu alle der bei uns erhältlichen Flaschen- und Dosen-Ales sind für den „deutschen“ Biergeschmack ganz gewöhnlich mit Kohlensäure bestückt und daher vergisst man schnell, dass dieser Umstand eigentlich gar nicht traditionell ist. Neben dem umfangreichen Bierangebot hat uns die äußerst leckere Pizza und ein doch sehr gemütliches Ambiente überzeugt und wir freuen uns auf jeden Fall schon auf unseren nächsten Besuch in Inverness, der Stadt an der Spitze des Loch Ness.

Hoptimizer Hoptimizer • 30. April 2017


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