The Badisch Beer Blog

Braukollektiv – Dolly

Die vier Jungs vom Braukollektiv Freiburg haben wir schon letztes Jahr im Rahmen unserer „Freiburg-Craft-Beer-Story“ vorstellen dürfen. Im Jahr 2013 fanden die Vier zusammen und bereits 2014 gab es den ersten offiziellen Sud käuflich zu erwerben. Mittlerweile sind es acht eigene Biere, darunter „Horst“ der Braunbär in Form eines Brown Ales, das Chamäleon „Ziggy“ als Alternative Pale Ale, welches von Sud zu Sud immer andere Hopfen beinhaltet, ein Seepferdchen mit Namen „Jacques“ in Form eines West Coast IPAs sowie das Faultier „Moe“ als Summer Ale. Diese Tiere schmücken zumindest die Etiketten der bekanntesten Sorten.

Heute stellen wir aber das Bier vor, welches wir in den letzten Monaten am meisten lieben gelernt haben: das Schaf „Dolly“. Hierbei handelt es sich um ein IPA, das nicht nur im Braukollektiv-Portfolio Premiere feierte, sondern auch das erste gebraute IPA einer Freiburger Brauerei war. Benannt nach dem Klonschaf Dolly, dass uns vom Etikett aus anschaut und förmlich darum bettelt, getrunken zu werden. Diese Bitte erhören wir natürlich und schenken uns das Dolly ein.
Uns lächelt ein wunderschönes goldgelbes, unfiltriertes Bier mit Schafsaugen aus dem Glas an, das von einem typischen Ale-Schaum gekrönt wird. Die fehlende Schaumstabilität schreckt uns aber nicht ab, viel wichtiger für uns ist: das Dolly kommt unfiltriert, somit bleibt der volle Geschmack im Bier und wir freuen uns auf die Geschmacksnoten.

Geruch
Wir schnuppern direkt Inhalt und merken, dass der Geruch glücklicherweise nicht einem modrigen Schafsfell ähnelt, sondern aus vier intensiven Fruchtnoten besteht. Gleich zu Beginn und wohl am dominantesten ist die Grapefruitnote, gefolgt von weiteren Zitrusnoten, die sich aber eher im Hintergrund halten. Die Zitronen- und Orangennote wird gekonnt durch Passionsfrucht abgerundet und lässt die Gesamtkomposition extrem rund und subtil wirken. Well done, Dolly!

Geschmack
Nun kommt mal wieder der spannendste Teil, denn Dolly überzeugt mit einer Geschmacksexplosion. Direkt der erste Schluck zeigt seine Komplexität im Geschmack, was aber nicht negativ zu werten ist, denn so entdeckt man mit jedem Schluck eine neue Facette des Schafs. Im ersten Schluck steht eine fruchtige Bittere im Vordergrund, welche sich aus Grapefruit-, Passionsfrucht- und Mangonoten zusammen setzt. Einem nicht Craft-Beer-Trinker könnte man den Geschmack am besten mit dem eines Isodrinks beschreiben. So kommt es ab und zu auch vor, dass Nicht-Craft-Beer-Trinker uns nicht glauben möchte, dass dieses Bier (und andere) tatsächlich keine Zusatzstoffe beinhaltet, sondern tatsächlich nach dem Reinheitsgebot gebraut wurde. Der Alkohol von 6,9 % kommt ganz am Rand leicht durch, ergänzt sich aber sehr gut mit der Bittere der Hopfen. Trotz der Wucht an tropischen Früchten ist natürlich der Malzkörper auch nicht zu verachten. Dieser bildet hier mit einer dezenten und recht neutralen Süße das perfekte Fundament für den komplexen Fruchtteller.

Fazit
Das Dolly präsentiert sich mit seinen Fruchtaromen als wohl fruchtigstes IPA in der Reihe ganz nach vorne. Die Hopfensorten sind sehr gut abgestimmt und so ist Dolly wohl das IPA, dass man sowohl Craft-Beer-Kennern als auch Craft-Beer-Neulingen, getrost empfehlen kann. Immer wenn es Dolly in einer Bar gibt, gehört es für uns zum „must drink“ und deshalb können wir nur eine klare Empfehlung aussprechen.

Hopfensorten Amarillo, Simcoe, Tettnanger, Magnum
Alkoholgehalt 6,9 %
Bittereinheiten 52 IBU
Aroma Pinie, Karamell
Fruchtigkeit rating_icon rating_icon rating_icon
Malz rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon
Preis-/Leistungsverhältnis rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon
Preis 3,30 €
Wo gekauft? Bier., Karlsruhe
Gesamturteil rating_icon rating_icon rating_icon

Hoptimizer Hoptimizer • 22. Januar 2017


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