The Badisch Beer Blog

Craft-Beer-Paradies Berlin – Teil 2

Tag 2

Tag 2 und direkt zurück im BrewDog Berlin Mitte, da uns ein Vögelchen gezwitschert hat, dass es heute eine leckere Rarität direkt vom Fass geben soll. Und was uns dann erwartet ist schlicht und einfach der Wahnsinn!

BrewDog – Vermont IPA – New England IPA (7,4%)
BrewDogs eigenes New England IPA, von dem es nur zwei Fässer (!!!) nach Berlin geschafft haben, kam direkt an den Hahn als wir zur Tür eintraten. Unsere erste NEIPA-Erfahrung konnten wir ja schon einen Tag vorher mit dem „A Quick One While She’s Away“ von Fuerst Wiacek sammeln, nun wird direkt der Nachschlag serviert.
Die schottische Version des New England IPAs kommt genau wie seine Artverwandten unglaublich trüb daher, gekrönt von einer sehr stabilen, großporigen Schaumkrone. Auch bei diesem NEIPA überwiegen die Noten von Zitrus und Grapefruit im Geruch mit keinerlei Bitternoten. Der Geschmack ist unglaublich hopfenbetont mit vielen vielen Zitrusnoten aber keinesfalls einseitig, sondern sehr gut ausgewogen. Eine ganz dezente Bittere folgt im Abgang, diese ist aber nur so minimal zu schmecken, dass sie sich erst beim dritten oder vierten Schluck zu erkennen gibt. Auch diesem New England IPA kann man ohne zu überlegen direkt fünf Punkte geben, so wunderbar aufeinander abgestimmt sind Geschmack und Aussehen.
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Für zwei weitere Stationen geht es in den Norden von Berlin, genauer gesagt nach Wedding.
Erster Stop ist für uns heute das Vagabunden Bräu, seines Zeichens Berlins kleinste Brauerei. In einer Nebenstraße in Berlin Wedding findet sich eben jene Brauerei mit zwei Tischreihen und Platz für gefühlt 40 Leute. Vier eigene Biere vom Fass, ein paar Biere befreundeter Brauereien aus der Flasche und fertig ist das Erfolgsrezept, so dass der Gastraum um zwölf Uhr Nachts immer noch gerammelt voll ist.

Vagabunden Bräu – (Ry)ESB – ESB Rye (4,7%)
WIr stehen vor der Karte und natürlich fällt uns das Roggenbier direkt ins Auge. Nur was zur Hölle soll „ESB“ sein? Hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich der Bierstil „Extra Strong Bitter“. Es lässt natürlich direkt vermuten, dass es sich um ein ultra bitteres Bier handelt, was auf der einen Seite korrekt, aber auch wieder nicht korrekt ist. Ein klassisches ESB stammt aus England und im Grunde handelt es sich um ein mit englischem Hopfen stark eingebrautes Bier, bei dem das Malz eine sehr wichtige Rolle spielt und genau da wären wir wieder beim Roggen. Die dunkelbraune Farbe erinnert an das Roggenmalz und an das starke Einbrauen, der Geruch spiegelt ebenfalls die stark malzige Note wieder in Form von brotartigem Roggenaroma. Stark ausgeprägte Hopfennoten sucht man hier vergebens, so ist das Bier auch kaum hopfenbitter. Ein wunderbar ausgewogenes Bier, das nach unserer Meinung gern noch mehr vom Roggen haben dürfte. So ist das Bier auch kaum ölig, was auf einen geringen Roggenanteil im Bier schließen lässt. Trotzdem ein rundes Gebräu aus dem Hause Vagabund.
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Ein paar Straßen weiter in Wedding finden wir das Eschenbräu. Diese kleine Brauerei im Hinterhof geht auf den Karlsruher – ja tatsächlich – Martin Eschenbrenner zurück, der durch Freunde bei der Brauerei Moninger zur Liebe zwischen Hopfen und Malz gekommen ist. Mit der eigenen Brauanlage und der eigenen Distille im Gastraum fühlt sich ein gepflegter Hoptimizer sichtlich wohl. Und auch zu später Stunde konnten wir direkt noch ein Bier vom Hahn probieren.

Eschenbräu – Panke Gold (5,1%)
Die Panke Gold ist ein goldgelbes, unfiltriertes Bier mit großporigem Schaum, der doch recht schnell schwindet. Aber Schaumstabilität und Schaumvielfalt ist ja eben nicht alles bei einem Bier und sagt auch nur in den seltensten Fällen etwas über den Geschmack aus. Machen wir nun die erste Geruchsprobe, fällt als erstes die stark ausgeprägte Hopfennote auf, die sich in den Hauptnoten Apfel und Grapefruit wiederspiegelt. Auch diese finden wir sehr schnell im Geschmack wieder, wobei hier die Grapefruit noch etwas Bittere in den Geschmack abgibt. Stilistisch könnte man die Panke Gold irgendwo zwischen einem Hellen und einem Pale Ale ansiedeln und genau das ist es was an diesem Bier so gefällt. Hier wurde ein Bier gebraut, das keiner bestimmten Sorte hinterher läuft, sondern einfach so schmeckt wie es schmecken will. Eschenbräu und Panke Gold ist auf jeden Fall eine dicke Empfehlung für jeden Bierliebhaber!
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Tag 3

An Tag 3 besuchen wir wohl den Ort für Craft Beer in Berlin, das Stone Brewing Berlin. Kein Ort für Bier in Berlin war in den Monaten seit der Eröffnung häufiger in aller Munde als Stone. Eine alte Halle auf dem Gelände eines alten Gaswerks in Mariendorf ist die erste europäische Herberge dieser US-amerikanischen Brauerei. Und genau das sollte man definitiv gesehen haben. Riesengroß, also wirklich riesengroß! Die eine Hälfte der Halle besteht aus der Brauerei, die andere aus einem Gastraum und wer diesen Gastraum gesehen hat und weiß, dass so theoretisch 96 verschiedene Biere vom Fass gezapft werden können, kann sich die Ausmaße der Brauerei in etwa vorstellen. Nach all dem Staunen wurden auch ein paar Biere probiert und eins davon war an diesem Abend ungeschlagen.

Stone Brewing – Go To IPA – Session IPA (4,7%)
Das Go To IPA von Stone sollte zwar erst in Kürze auf den Markt kommen, wurde allerdings trotzdem schon vom Fass abgefüllt und da konnten wir natürlich nicht nein sagen. Serviert wurde dieses Bier in einem 0,3l Glas für 4,90€ und präsentierte sich unfiltriert, goldgelb und mit wenig Schaumstabilität. Blumige sowie fruchtige Zitrusfrüchte fliegen um die Nase, mit einem Schwerpunkt auf Grapefruit, welche aber leider recht schnell verfliegt. Aber eben jenes Grapefruitaroma spiegelt sich im Geschmack stark wieder, gibt hier noch etwas Bittere ab und wird durch ein angenehmes Hopfenaroma ergänzt. Ganz am Ende zeigt sich noch ein Hauch von Honig und etwas Passionsfrucht, die sich den Abgang mit der Hopfen- bzw. Zitrusbittere teilen.
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Aleman – The Strong Man – American Strong Rye Ale (8,1%)
Als große Roggenfans konnten wir uns dieses Bier natürlich nicht entgehen lassen und mussten es probieren. Der starke Mann ist ein sehr dunkles Bier, das wenn man es schwenkt sehr ölig daher kommt – genau so muss ein Roggenbier sein. Mal schauen, was der Geruch bereit hält. Dieser schlägt nur mit Roggenmalzaromen um sich, mit etwas Schwarzbrot und einer leichten Säure. Hopfen suchen wir im Geruch vergebens, aber bei einem Roggenbier muss das ja auch nicht unbedingt sein. Und genau das setzt sich auch im Geschmack fort. Diese ölige Konsistenz umschmeichelt die Zunge und gibt das Roggenaroma direkt an die Geschmacksknospen ab. Aber allein durch das Roggenaroma und dessen Bittere wirkt das Bier äußerst rund und macht Lust auf mehr. Im Abgang gibt es dann noch eine Prise 8,1%igen Alkoholgeschmack, der aber wirklich nur am Rande schmeckbar ist. Definierbares Hopfenaroma ist auch hier nicht vorhanden, aber da der Roggen dieses Bier so gut formt sind wir vollends zufrieden.
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Hoptimizer Hoptimizer • 9. März 2017


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