The Badisch Beer Blog

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Craft-Beer-Paradies Berlin – Teil 1

Vor kurzem ging es für vier Tage nach Berlin in wohl die deutsche Stadt mit der größten Craft-Beer-Dichte. „Vier Tage Berlin, Wahnsinn! Wir können so unglaublich viel probieren.“ – gedacht, nicht getan, denn beobachten wir die Craft-Beer-Map für Berlin, würden wohl nicht mal vier Wochen ausreichen, um alle Berliner Craft-Beer-Spots zu besuchen.
Daher haben wir eine kleine aber feine Auswahl an Läden besucht und auch das ein oder andere Bier probiert.

Tag 1

Beginnen wir doch gleich mit dem Ort, auf den sich Timo wohl am meisten gefreut hat und mit ein paar ersten Bieren, kurz und knackig beschrieben: BrewDog Berlin Mitte

BrewDog – Ace of Equinox (4,5%)
Ein sehr trübes, helles bernsteinfarbenes Bier, ausschließlich mit Equinox gestopft, so dass der Hopfen im Geruch als auch im Geschmack sein bestes gibt und sein volles Aroma entfalten kann. Ein fruchtiger Mix aus Grapefruit und Limette sowie ein Hauch Melone und einer leichten Note von Guave kommt den Geruchs- und Geschmackssinnen entgegen. Dieses BrewDog-typisch sehr hopfenbetonte Bier kommt mit einer leichten Bitterkeit daher, welche aber nicht weiter den Geschmack beeinträchtigt und zu weiteren Geschmacksproben einlädt.
Mein Urteil: rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon

BrewDog – Twin Atlantic – Pale Ale (4,9%)
Ein filtriertes Bier, welches gemeinsam mit der Band „Twin Atlantic“ gebraut wurde, lächelt uns hier aus dem Glas an. Angesetzt zur Geruchsprobe kommen „böse“ Erinnerungen hoch, denn das Bier riecht exakt so wie der „Neon Overlord„, dem Chili & Mango infused IPA, das wir bereits vorgestellt haben. Eine fette Portion Mango sowie Ananas schlägt der Nase entgegen. Aber entgegen aller Befüchtungen ist dieses Bier kein bisschen scharf, sondern strotzt nur so vor fruchtigen und tropischen Aromen. Mango, Ananas, Pfirsich, Aprikose, Melone, etwas Zitrus – ein wahrerer Fruchtcocktail, der uns etwas an Granini ACE Bonbons erinnert. Auf jeden Fall eine klare Trinkempfehlung – dieses Bier ist ein muss für alle, die Fruchtbomben in Bierform lieben.
Mein Urteil: rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon

BrewDog – Loral Lager – Lager (4,7%)
Von einem Bier mit dem Namen „Loral Lager“ haben wir vorher absolut noch nicht gehört. Ein Grund mehr, dieses, leider, filtrierte Bier mit der feinporigen aber durchaus stabilen Schaumkrone mal direkt vom Hahn zu testen. Ein waldig, grasiger, leicht kräutriger Geruch steigt die Nase hoch und lässt einen an eine moosbewachsene Waldlichtung denken. Eben Jenes setzt sich im Geschmack fort und erinnert durch die leicht kräutrige Note an Almdudler. Ergänzt wird das Ganze durch eine leichte Pfeffernote, die einen durchaus angenehm fruchtigen Abgang zur Folge hat.
Mein Urteil: rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon

Im weiteren Verlauf des Abends verschlägt es uns in einen Laden namens Lager, Lager im Stadtteil Neukölln. EIn kleiner, aber feiner Laden abseits der großen Straßen, den wir fast vernachlässigt hätten, wenn wir keinen Tipp bekommen hätten. Ein Mix aus Taproom und Craft-Beer-Store mit sehr netten Mitarbeitern, die wissen von was sie sprechen und für alle Fragen sofort eine Antwort haben. So gab es auf die Frage nach New England IPAs direkt ein paar Empfehlungen und den Tipp, doch noch ein halbes Stündchen zu warten, um direkt eins vom Fass zu probieren. Praktisch der siebte Bierhimmel in einem kleinen Laden!

Fuerst Wiacek – A Quick One While She’s Away – New England IPA (5,5%)
Was uns dann auf den Tresen gestellt wird, lässt sich mit Orangensaft beschreiben, in allen denkbaren Facetten. Fuerst Wiacek sind die ersten in Deutschland, die sich an das Thema New England IPA getraut haben, und deshalb auch im nu ausverkauft waren. Eines der Ziele der Berlin Reise war, einmal ein New England IPA zu probieren. Dass sich dieses Ziel direkt an Tag eins erfüllt, hätte nun wahrlich keiner erwartet.
New England IPAs zeichnen sich dadurch aus, extrem trüb zu sein und viel und unglaublich stabilen Schaum zu besitzen (mehr zu New England IPAs gibt es bald auch hier auf dem Blog). Der biergewordene Orangensaft präsentiert sich im Geruch mit Zitrus- und Grapefruitnoten, was sich auch im äußerst fruchtigen Geschmack fortsetzt. Absolut nicht bitter, nicht einmal durch die Grapefruitnoten im Geschmack. Eine Zitrusbombe pur und gemeinsam mit dem wunderschönen Aussehen kann man hier ohne Bedenken sagen, dass dieses Bier direkt in unsere Top 3 der besten Biere gesprungen ist und deshalb auch verdiente 5 Punkt erhält.
Mein Urteil: rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon

Weiter gings zum in der Nähe des Ostkreuzes gelegenen Straßenbräu , das mit zehn, teilweise sehr abgefahrenen, eigens gebrauten Bieren aufwarten kann und auch eben nur diese anbietet. Da lassen wir uns natürlich nicht lange bitten, probieren das ein oder andere Bierchen von der Karte und können damit direkt auch eine Besuchsempfehlung aussprechen.

Straßenbräu – Ampelrot – Red Ale (5,4%)
Als erstes gab es ein Red Ale mit dem passenden Namen „Ampelrot“. Ein fast bräunliches, dunkelrotes Ale mit einer durchaus stabilen Schaumkrone, was für Ales ja eher ungewöhnlich ist. Im Geruch eröffnet sich ein Mix aus Röstmalzaromen, Karamell, Eiche und einer leicht waldigen Note. Geschmacklich stellen sich die Röstaromen in den Vordergrund und wollen dort auch nicht mehr weg. Unterstützt wird dies noch durch eine karamellige Note sowie einer dezenten Eichennote. Die verwendete Hefe lässt eine angenehme Restsüße im Bier und macht es ebenso unglaublich süffig. Leider hebt sich das „Ampelrot“ nicht sehr von der großen Flut an Red Ales ab. Ein Gläschen ist trotzdem empfehlenswert.
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Straßenbräu – Sonnenal(l)e(e) – Pale Ale (5,4%)
Als nächstes winkt das Pale Ale „Sonnenal(l)e(e)“ von der Karte aus rüber und will unbedingt probiert werden. Na gut, einem Bier mit so einem verlockenden Namen kann man nichts ausschlagen. Das goldgelbe Pale Ale ist augenscheinlich unfiltriert, aber durch eine lange Lagerung doch recht klar und überrascht mit recht stark blumigen Zitrusnoten im Geruch. Genau diese Noten setzen sich auch im Geschmack durch, nur etwas besser definierter in Grapefruit, Lemone oder Mandarine mit einem Hauch von Mango. Eine angenehme Hopfenbittere paart sich mit einer leichten Herbe und macht das Pale Ale zu einem Bier, welches ohne weiteres den ganzen Abend getrunken werden kann. Die Aromen sind wunderbar aufeinander abgestimmt und sehr rund.
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Straßenbräu – Beerengarten – Wildbeeren Ale (6%)
Bereits in Island konnte ich ein Bier mit Beeren probieren und war positiv überrascht. Das Straßenbräu hat mit dem „Beerengarten“ ein eigenes Waldbeeren-Ale, das ich mir natürlich nicht entgehen lassen will. Mit einer leicht orange-pinken Farbe steht es dann also vor mir und ist unglaublich trüb, dass es fast eine buntere Variante eines New England IPAs sein könnte. Die Farbe kommt vermutlich von den Beeren, die im Geruch auch direkt um sich schlagen: dunkle Johannisbeere, Himbeere, Brombeere, Blaubeere. Auch im Geschmack halten diese sich nicht zurück und machen das Bier zum einen unglaublich fruchtig, zum anderen verleihen die Beeren dem Bier aber auch eine gewisse Säure, was wunderbar miteinander harmoniert. Ein Ale mit Waldbeeren ist wahrlich nicht jedermanns Sache, im Trinken sowie im Brauen, aber der „Beerengarten“ ist sehr gut umgesetzt und lädt ein, auch mal ein Gläschen mehr zu trinken.
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Das war Teil 1 der Berliner Craft-Beer-Szene. Teil 2 demnächst, natürlich hier. In diesem Sinne „Ein Prost auf Berlin!“.

Hoptimizer Hoptimizer • 5. März 2017


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  1. New England IPA - Eine neue Liebe? - Hoptimizer

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