The Badisch Beer Blog

Gamerbräu – Hell

Entgegen allen Vermutungen steckt hinter dem Namen „Gamerbräu“ keine Verbindung zu den Begriffen „Game“ oder „zocken“, hinter „Gamerbräu“ steht Michael Gamer aus Stutensee-Staffort bei Karlsruhe. Mehr als drei Jahre sind an der kleinen Hobbybrauanlage vergangen, ettliche Rezepte wurden ausgetestet und perfektioniert, um dem ersten großen Ziel näher zu kommen: dem Sud auf einer großen Brauanlage. Die Hoptimizer durften in den vergangenen Jahren immer mal wieder neue Kreationen von der Gamerbräu’schen Hobbybrauanlage testen und waren schon zu Beginn restlos begeistert. Nach über drei Jahren war es dann endlich soweit, der erste große Sud wurde auf einer großen Brauanlage gebraut. Und genau diese erste offizielle Kreation haben wir heute vor uns stehen: das Gamerbräu Hell.

Die Aufmachung des Bieres ist quasi perfekt getroffen, denn ein Helles gehört einfach in eine 0,5-Liter Euro-Flasche, welche gemeinsam mit dem schwarzen minimalistischen Etikett die Blicke auf sich zieht. Das „Gamerbräu Hell“ ist ein unfiltriertes Helles und, was sollen wir sagen, so muss ein unfiltriertes Bier sein. Eine wunderschöne goldgelbe, leicht bernsteinartige Farbe mit einer dezenten Trübe im Glas. Hierzu ist zu sagen, wir durften das Bier aus der Flasche und vom Fass probieren, wobei es vom Fass selbstverständlich trüber war als aus der Flasche. Was aber keinen Unterschied macht, hauptsache unfiltriert. Eine mittelporige, nicht zu aufdringliche Schaukrone gibt es on top.

Geruch
Das verwendete Malz gibt einen blumigen und leicht grasigen Geruch frei und verbindet sich mit einer leichten Süße, wobei generell ein angenehmer Malzgeruch im Vordergrund bleibt. Wie auf dem Etikett beschrieben lässt der Geruch schon die recht hohe Restsüße vermuten, was für ein Helles eher untypisch ist, wir aber mehr als begrüßen. Alles in Allem wirken allein schon die riechbaren Nuancen sehr ausgewogen und machen Bock auf mehr.

Geschmack
Die Aromen der verwendeten Malze Pilsener, Münchener und Karamell umschmeicheln auch hier direkt alle Geschmacksnerven. Der verwendeten Hopfensorten Spalter Select und Hallertauer Tradition hingegen bilden einen blumig-fruchtigen Mantel und verleihen dem Bier eine gewisse Leichtigkeit. Wie auch im Geruch schon angedeutet ist es der Hefe zu verdanken, dass das Bier eine ordentliche Portion Restsüße hat und es auch auf Dauer nicht fade wirken. Ein Helles ist nun mal kein India Pale Ale oder ein anderes Bier, dass vor Hopfen strotzt. Aber ein gut gemachtes Helles kann besser sein als viele India Pale Ales, wenn die Idee dahinter stimmt und perfekt umgesetzt wird. Das Gamerbräu Hell kann genau hier – trotz oder gerade wegen der neuen Interpretation des Stils – punkten: ein solider Malzkörper führt zu einer unglaublichen Vollmundigkeit und der verwendete Hopfen bringt keine typische Hopfenbittere mit sich, sondern präsentiert die leicht blumigen Aromen nach vorne. Ganz dezent im hintersten Eck findet sich eine leichte Bittere im Abgang, die aber von den 13,5% Stammwürzegehalt eher freundlich versteckt wird.

Fazit
„Ein gut gemachtes Helles kann besser sein als viele India Pale Ales“ diesen Satz können wir hier nur wiederholen. Mit all seinen spannenden Nuancen ist das Helle aus dem Hause Gamerbräu ein Bier für alle Lebenslagen. Egal, ob im Sommer im Park oder im Biergarten, im Herbst im Laubmeer oder im Winter bei klirrender Kälte. Dieses Bier ist eben für Jene, die gern ein gutes vollmundiges Bier trinken und keine Geschmacksbombe von Zitrusaromen möchten, aber eben auch für Jene, die sich nach etwas Solidem mit einem traditionellen Geschmack sehnen. Das Gamerbräu Hell bekommt das Hoptimizer-Prädikat: Unbedingt probieren! Am Ende sei noch erwähnt, dass wir jedem Flaschenkäufer empfehlen, dieses Bier aus einem Glas zu trinken, da nur so der wertvolle Hefesatz nicht in der Flasche gelassen wird und das Geschmacksprofil weiter abrunden kann.

Hopfensorten Spalter Select, Hallertauer Tradition
Alkoholgehalt 5,6 %
Bittereinheiten N/A
Aroma blumig, fruchtig, malzig, grasig
Fruchtigkeit rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon
Malz rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon
Preis-/Leistungsverhältnis rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon
Preis 3,00 €
Wo gekauft? Gasthaus zum Vogelpark, Staffort
Ausserdem erhältlich bei Bier. Karlsruhe, Phono Karlsruhe
Website/facebook www.gamerbraeu.de, facebook.com/gamerbraeu
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Hoptimizer Hoptimizer • 18. Dezember 2016


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