The Badisch Beer Blog

Glenfiddich – IPA Experiment

Der Craft-Beer-Markt ist voll von spannenden Bieren und wir werden auch nicht müde, immer neue Biere oder neue Biersorten zu testen. Aber ab und zu darf es auch gern mal etwas anderes sein, wie zum Beispiel ein guter Whiskey. Genau so wie wir leidenschaftliche Biertrinker sind, haben wir auch eine Schwäche für Whiskey und es gibt wohl aktuell nichts besseres, dass Whiskey und Bier in einer Flasche so gut verbindet wie das neue Projekt der „Experimental Series“ von Glenfiddich.

Glenfiddich ist eine der größten Single-Malt Destillerien Schottlands und hätte so ein Experiment ja eigentlich gar nicht nötig. Gegründet im Jahr 1887 ist Glenfiddich mittlerweile weltweit für seinen guten Scotch bekannt und beliebt.

In Zusammenarbeit mit einer Craft-Beer-Brauerei aus der Speyside wurde ein kräftig-würziges IPA Bier kreiert, um die verwendeten Eichenfässer mit intensivem Hopfenaroma zu bereichern. Das Resultat: Der erste Scotch Whisky überhaupt, der in IPA-Fässern gereift ist.

Geschmacklich handelt es sich hierbei um einen eher süßlichen Whiskey mit wenigen bis fast gar keinen Rauchnoten. Mit dem faszinierenden Finish in Fässern, in welchen vorher das India Pale Ale gereift ist, stellt sich dieser Whiskey ein Stück von seinen Artverwandten weg.
Die IPA-typischen Noten kommen minimal durch: eine dezente Hopfenbittere gepaart mit dem Aroma von Zitrusfrüchten ist erkennbar, werden aber oftmals vom mächtigen Grundgeschmack des Whiskeys überrollt und so kann es passieren, dass man schon mal zwei bis drei Schlucke danach suchen muss.
Trinkt man also gemütlich ein Gläschen dieses Whiskeys und hat das Glas in der Hand, kann es passieren, dass ab und an ein leichter Zitrusduft herüber schwebt, der ausgeprägter ist als im Geschmack, was den Whiskey nicht nur noch spannender macht, sondern auch wieder Lust auf einen weiteren Schluck entwickelt.

Fazit
Ein sehr spannender Single Malt, da es der erste (uns bekannte) Versuch einer Destillerie war, einen Whiskey in einem Bierfass zu finishen. Der geneigte India Pale Ale-Trinker, so wie unsereins, wird sich hier aber wohl ein bisschen zu früh freuen. Denn die Aromabombe, die man hier erwartet, bleibt größtenteils aus. Die Aromen, welche vom IPA übergeben werden sollten, sind schlicht zu minimal.
Dennoch, ein schlechter Whiskey ist anders und somit ist das IPA Experiment definitiv eine Empfehlung. Wenn man mit der richtigen Erwartungshaltung an diesen Whiskey heran tritt, kann er doch mit seiner Vielschichtigkeit überraschen. Wir wünschen uns mehr solche Experimente.

Hoptimizer Hoptimizer • 6. November 2016


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