The Badisch Beer Blog

Hopfmeister – Himbaer Toni

Eigentlich kam Marc Gallo erstmals als Grafikdesigner beim Entwerfen von Bieretiketten mit der Materie „Bier“ in Kontakt. Kurz darauf absolvierte er dann im Jahr 2014 eine Bier-Sommelier-Ausbildung und startete im Anschluss die Hopfmeister Braumanufaktur in München. Marc Gallo unterhält mit Hopfmeister allerdings keine klassische Brauerei, sondern ist als klassischer „Gypsy Brewer“ unterwegs. Das bedeutet, dass er freie Kapazitäten in regionalen oder überregionalen Brauereien nutzt, indem er dort mit hauseigenem Equipment seine eigenen Rezepte braut. So kann es durchaus auch passieren, dass unterschiedliche Hopfmeister-Biere aus unterschiedlichen Brauereien stammen. Nichtsdestotrotz entsteht am Ende das, was sowohl du als Leser als auch wir am meisten lieben: Bier.

Erstaunt müssen wir feststellen, dass wir noch nie ein Bier aus dem Hause Hopfmeister auf unserem Tasting-Tisch hatten. So vergreifen wir uns nun direkt am neusten Werk, dem „Himbaer Toni“. Vom Namen her vielleicht eine Hommage an das gleichnamige Buch von Joachim Seidel? Wir werden es wohl nicht erfahren. Was wir allerdings direkt beim Einschenken bemerken ist die hellbraune Farbe. Nun ja, man sollte auch direkt erwähnen, dass es sich hier um ein Weizen handelt. Genau diese Kombination aus Farbe und Namen war der ausschlaggebende Punkt, der bei uns das Interesse für dieses Bier geweckt hat. Ein hellbraunes Weizen also, das nach Himbeere schmeckt und auch noch nach dem Reinheitsgebot gebraut wurde. Der ein oder andere Hopfen-Fan mag nun denken, dass das Himbeer-Aroma vielleicht vom Hopfen Monroe oder ähnlichem kommen mag, doch falsch gedacht. Mehr dazu allerdings später.

Ein schlichtes Etikett verrät uns genau die Infos und Fakten, die man sich als Bier-Enthusiast wünscht, und preist einem das b(ee/ä)rige Weizen nicht aufdringlich an. Wie schon erwähnt haben wir nun ein hell- bis mittelbraunes und auch sehr trübes Bier vor uns. Es hebt sich somit doch schon sehr von dem ab, was man als gewöhnliches Weizen betiteln würde. Sicher gibt es auch dunkle Weizenbiere, der Himbaer Tonis liegt allerdings farblich genau in der Mitte. Gekrönt wird das Ganze weiterhin von einer soliden Schaumkrone, die zwar hinter der eines „Alltagsweizens“ hinterherhinkt, sich aber dennoch nicht verstecken muss.

Geruch
Aber nun direkt den Zinken ins Glas gehalten und ein bisschen geschnuppert. Gleich zu Beginn umschmeichelt eine leicht sahnige Himbeernote die Nase und ruft im Kopf das Bild eines Himbeer-Joghurts hervor. Abgerundet wird das Ganze mit einer feinen Honignote, die das Bier noch etwas würziger riechen lässt. Spannenderweise fehlen die klassischen Weizen-Charakteristika wie Banane und Nelke im Geruch gänzlich. Wir sind jetzt schon begeistert!

Geschmack
Bei dem Teil angekommen, auf den wir uns am meisten gefreut haben, werden wir direkt wieder überrascht. Die Himbeernote stellt sich widererwartend nicht in den Vordergrund und übertönt alle Geschmacksnoten. Sie weiß sich gekonnt in Szene zu setzen und ist in jedem Schluck zwar präsent, aber eben nicht im Vordergrund. Weiterhin gesellen sich eine dezent säuerliche aber angenehme Malznote sowie die im Geruch erwähnte Honig-Note dazu. Um nun endlich auf die Herkunft des Himbeer-Aromas zurückzukommen: dieses kommt nicht wie erwartet vom Aromahopfen, sondern von der eingesetzten Hefe. Allein dieser Fakt macht das Bier zu einem der spannendsten, die wir in letzter Zeit probieren durften. Im Geschmack wird die Himbeere weiterhin noch vom eingesetzten Hopfen „Willamette“ abgerundet, der noch eine gewisse Fruchtigkeit mit ins Spiel bringt. Die sahnige Note aus dem Geruch ist auch hier noch zu schmecken, wenn auch nur noch sehr leicht. Von einem Weizen ist man ja im Normalfall bananige sowie Nelken-Noten gewohnt, die aber hier fast komplett weg fallen und nur noch ganz leicht am Rande zu schmecken sind. Abschliessend ist auch noch zu erwähnen, dass der Himbaer Toni eine Spritzigkeit besitzt, die dieses kleine Kunstwerk für ein Weizen recht locker und leicht wirken lässt.

Fazit
Wir können an dieser Stelle eins zu eins bestätigen was auf der Flasche steht: „Süffig, spritzig, vollmundig“. Allein die Idee des Hopfmeisters, den Himbeer-Geschmack aus der Hefe zu beziehen, ist schon Grund genug, dieses Bier zu probieren. Auch alle anderen Geschmackskomponenten fügen sich wunderbar in ein durch und durch abgestimmtes Gesamtkunsterk ein und machen den „Himbaer Toni“ somit zu einem perfekten Weizen für die wärmeren Tage. Es „stopft“ schlicht und einfach nicht so sehr wie ein klassiches Weizen. Dieses Bier sei daher nicht nur allen Weizenfans empfohlen, sondern generell jedem Bierfan. Hut ab, Toni!

Hopfensorten Hallertauer Comet, Willamette
Alkoholgehalt 5,0 %
Bittereinheiten 12 IBU
Aroma Himbeer, Joghurt, Honig
Wo gekauft? Bier., Karlsruhe
Preis 3,40€

Unser Urteil

Fruchtigkeit rating_icon rating_icon rating_icon
Malz rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon
Preis-/Leistungsverhältnis rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon
Unser Gesamturteil rating_icon rating_icon

Hoptimizer Hoptimizer • 21. Mai 2017


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