The Badisch Beer Blog

Lazy Magnolia – Timber Beast

In Kiln, Mississippi wurde im Jahr 2003 die Brauerei „Lazy Magnolia“ gegründet, welche heute auch als Mississippis älteste Brauerei bekannt ist. Das heißt aber nicht, dass es in Mississippi vor 2003 keine Brauereien gab. Lazy Magnolia ist allerdings die erste Bierschmiede, die nach der Prohibition in den USA entstand. Dass sich die Brauerei in einem der Südstaaten befindet, merkt man nicht nur bei der Namenswahl, sondern auch beim Auftreten der einzelnen Biere, zu denen unter Anderem ein IPA, ein Weizen, ein Pekannuss Brown Ale, ein Süßkartoffel-Stout und ein belgisches Saison gehören.

Seit einem bestimmten Roggen IPA, dass es in einem Londoner Pub gab und anschließend nie mehr gesichtet wurde, sind wir immer auf der Suche nach einem wirklich guten Roggen-Bier. Mit dem Timber Beast haben wir nun ein Roggen IPA gefunden, dass vielleicht an das genannte Bier heran kommen könnte.
Also warten wir nicht weiter ab: Flaschenöffner gezückt und ab damit ins Glas. Dort präsentiert sich das Bier mit einer auffallend (dunkel-)orangenen Bernsteinfarbe, die besonders im richtigen Licht sehr schön zur Geltung kommt. Hinzu kommt, dass das Timber Beast unfiltriert ist, also genau so wie wir es am liebsten haben. Direkt nach dem Einschenken schwindet die Schaumkrone zu einem etwa 1 cm dicken Schaumkrönchen zusammen, welches sich aber wiederum als sehr stabil erweißt.
Leider erfüllt bereits das Aussehen nicht ganz unsere Erwartungen, denn ein Roggen-Bier sollte bestenfalls ölig bzw. zähflüssiger als üblich sei, sodass die Luftbläschen der Kohlensäure es schwer haben sollten, sich ihren Weg durch das Bier zu erkämpfen.

Geruch
Das erste, was im Geruch auffällt, ist eine vom Malz ausstrahlende Süße, die etwas an Honig erinnert. Unterstützung findet diese Süße von einer säuerlichen Fruchtigkeit, die typisch für Roggen ist, aber im Falle des Timber Beasts eher undefinierbar scheint. Desweiteren macht sich mit jedem Schwenk eine dezente, aber angenehme Butternote bemerkbar. Für Letzteres wird höchstwahrscheinlich die verwendete Hefe zuständig sein. Alles in Allem haben wir fürs Erste eine interessante Komposition, die Lust auf mehr macht.

Geschmack
Die typischen Roggenaromen geraten im Geruch etwas in den Hintergrund, nicht so im Geschmack. Denn hier zeigt sich die volle Breitseite des Roggenaromas in Form von einem stark brotigen Charakter. Eben dieser Roggen kombiniert mit dem butterigen Hefearoma macht das ganze Geschmackserlebnis im Mund leicht cremig, auch wenn er es im ersten Moment beim Aussehen nicht so offenbart wie gewünscht. Die leichte Säure des Malzes kommt auch hier durch, tritt aber wie im Geruch in den Hintergrund und ist nur leicht am Rande zu schmecken. Gekontert wird die Säure durch bereits erwähnte Süße im Geruch. Beides hält sich angenehm in Waage und heben die Vielschichtigkeit des Timber Beasts hervor. Gekrönt wird der Geschmack von einer angenehm fruchtigen und leichten Note aus Aprikose und Pfirsich. Wenn wir den Geschmack als Komplettpaket beschreiben müssten, könnte man guten Gewissens sagen das Timber Beast ist ein „flüssiges Butterbrot mit Pfirsich-Aprikosen-Marmelade“.

Fazit
Ein „Butterbrot mit Pfirsich-Aprikosen-Marmelade“ in flüssiger Form ist was leckeres, keine Frage. Diese Kreation von Lazy Magnolia zeigt sich von einer sehr guten Seite mit sehr präsentem Roggenaroma. Geschmack sowie Geruch laden ein, mehr zu trinken, was allerdings fatal enden könnte, denn die 8,9% Alkoholgehalt schmeckt man fast nicht heraus. Es ist ein Bier, das zu jeder Jahreszeit passt und von dem wir uns lediglich eine andere Konsistenz erhofft hätten. Nichtsdestotrotz ist das Timber Beast eine klare Empfehlung wert.

Hopfensorten Zythos, Nugget, Cascade, Centennial
Alkoholgehalt 8,9 %
Bittereinheiten 80 IBU
Aroma Roggen, Honig, Butter, Pfirsich, Aprikose
Fruchtigkeit rating_icon rating_icon rating_icon
Malz rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon
Preis-/Leistungsverhältnis rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon
Preis 3,50 €
Wo gekauft? Bier., Karlsruhe
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Hoptimizer Hoptimizer • 30. Januar 2017


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