The Badisch Beer Blog

Next Level Brewing – Tropical Passion

Next Level Brewing aus der österreichischen Hauptstadt Wien sind die beiden Biersommeliere und leidenschaftlichen Hobbybrauer Johannes Grohs und Alexander Beinhauer. Gegründet im Jahr 2015 und nicht an das deutsche Reinheitsgebot gebunden, blicken die beiden immer wieder über den Tellerrand, um neue und kreative Biere zu brauen. Einzig an den Codex Alimentarius Austriacus, das österreichische Lebensmittelbuch, wird sich gehalten. Bereits im ersten Jahr wurden einige Biere mehrfach prämiert. Dennoch haben die beiden keine eigene Brauerei, sondern brauen ihre Biere bei befreundeten Brauereien nachdem mehrere Testsude im 20 Liter Format gebraut und für gut befunden wurden.

Vor zweieinhalb Wochen war Timo in Wien und hatte die Möglichkeit, die Jungs in ihrem eigenen Store, dem „Vienna Beer Store“, kennen zu lernen. Dabei handelt es sich nicht nur um einen Bier-Store mit einem Flaschensortiment, sondern viel mehr um einen Treffpunkt für alle Bier- und Braubegeisterten. Hier werden wir allerdings noch nicht zu viel verraten, denn mehr im demnächst erscheinenden Reisebericht über Wiens Bierszene.
Da bereits unser Artikel zu Früchten im Bier in Planung war, wurde natürlich keine Sekunde gezögert und das wieder verfügbare Tropical Passion eingepackt, ein sogenanntes Passion Fruit Ale auf Weizenmalzbasis. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle für das Bier!
Zurück in Karlsruhe wird das gute Stück gleich aufgemacht und getestet. Zisch und plopp – wir sehen ein sehr trübes, goldgelbes Bier mit einer großporigen Schaumkrone im Glas und können es kaum abwarten, zu kosten.

Geruch
Als hätte man es nicht schon geahnt, stellt sich eine Geruchsnote direkt in den Vordergrund: die Maracuja. Unterstützend dazu riechen wir noch eine leichte Säure, die sich gut mit den massiven Fruchtnoten verbindet und sich gemeinsam hervorhebt. Mit verbundenen Augen und ohne zu wissen, dass es sich hierbei um ein Bier handelt, könnte man fast denken, hier wäre reiner Maracujasaft im Glas. Aber eben nur fast, denn da ist ja noch die Säure, die in einem reinen Maracujasaft nichts verloren hat.

Geschmack
Dann wollen wir mal schauen, was das „Tropical Passion“ im Geschmack für uns bereit hält. So viel vorweg: nicht zu wenig! Wir werden hier fast umgehauen von der Fruchtigkeit des Bieres. Hauptsächlich natürlich von der Maracuja, die nicht nur als Rohfrucht im Bier ist, sondern auch geschmacklich vom australischen Hopfen Vic Secret unterstützt wird, der in der Regel ebenfalls tropische Fruchtaromen liefert. Aber wer jetzt denk, dass das Bier bei solch einer Beschreibung fruchtig penetrant wäre, dem können wir nur sagen, dass das Gegenteil hier der Fall ist. Die Fruchtigkeit der Maracuja steht ganz klar im Vordergrund, ergänzt von einem Hauch Ananas. Die Säure aus dem Geruch ist auch hier am Rande zu schmecken, unterstützt aber auch die Fruchtigkeit. Zusätzlich werden die Fruchtnoten noch vom eingesetzten Weizenmalz und der obergärigen Hefe unterstützt und nach vorne getragen. In der Fruchtigkeit findet sich aber auch Malzaroma wieder, so dass sich im Bier auch ein, wenn auch nur kleiner, Malzcharakter findet. Gemeinsam mit der guten Karbonisierung wird das Bier wunderbar abgerundet und macht somit praktisch jede Maracujasaftschorle im Sommer obsolet.

Fazit
Nicht umsonst haben es die Jungs mit dem „Tropical Passion“ bei ratebeer.com auf Platz 17 der 50 besten Weizenbiere weltweit (Stand 08.06.2017) geschafft. Dieses Bier ist nicht nur ein Bier für alle Fans fruchtiger Biere, nein, auch für alle die gern etwas leichtes, spritziges im Sommer trinken möchten. Ein gekühltes „Tropical Passion“ ist jetzt schon einer unserer Favoriten auf den Titel „Sommerbier 2017“.

Hopfensorten Vic Secret
Alkoholgehalt 4,9 %
Bittereinheiten 11 IBU
Aroma Maracuja

Unser Urteil

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Malz rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon
Unser Gesamturteil rating_icon rating_icon

Hoptimizer Hoptimizer • 11. Juni 2017


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