The Badisch Beer Blog

Welde & Jopen – First (t)Rye

Der Taproom Jungbusch in Mannheim, der mittlerweile zu unserem zweiten Wohnzimmer geworden ist, hat gemeinsam mit Welde am vergangenen Freitag zum „First (t)Rye“ geladen. In der Vergangenheit durften wir bereits das „Pepper Pils“ von Welde und Himburgs Braukunstkeller testen. Nun hat sich Welde mit den Holländern von Jopen für ein Projekt zusammengeschlossen, um gemeinsam ein Rye India Pale Lager zu brauen. Gebraut wurde bei Jopen in Holland, vorgestellt wurde es bereits einem kleinen Publikum auf der Braukunst Live und im Taproom Jungbusch wurde es letztendlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Das wollten wir uns als Roggenbier-Fans natürlich nicht entgehen lassen und haben uns direkt in den Zug gen Mannheim gesetzt.

Eingetreten in die heiligen Hallen zu Jungbusch, stellte uns Inhaber Ben direkt dem Welde-Marketingleiter Malte vor und wir kamen auch direkt ins Gespräch. So erzählte er uns, dass alles mit der Aussage der Holländer begann, dass untergärige Biere langweilig seien. Welde kennt sich mit untergärigen Bieren aus, Jopen wiederum sind Spezialisten in Roggenbieren und so wurden die Köpfe zusammengesteckt, um etwas neues zu kreieren und in Holland bei Jopen zu brauen. Ein untergäriges Roggenbier zu brauen, wäre in Deutschland ohnehin gesetzlich nicht erlaubt gewesen. So braut Jopen zum ersten Mal ein untergäriges Bier und Welde zum ersten mal überhaupt ein Roggenbier, ein first try (erster Versuch) eben.

Foto: Welde
Foto: Welde

Während Malte uns mit Hintergrundinformationen versorgt, haben wir auch schon den Star des Abends in der Hand. Das „First (t)Rye“ ist ein helles bernsteinfarbenes Bier mit einer ausgeprägten Schaumstabilität. Desweiteren kommt es selbstverständlich unfiltriert aus dem Fass.

Geruch
Ein Lager strotzt in der Regel nicht stark vor fruchtigen Noten. Da es sich hierbei aber um ein India Pale Lager handelt, erwarten wir dennoch die ein oder andere fruchtige Nuance. Aber mit dem, was uns dann erwartet, haben wir eher nicht gerechnet. Ein Mix aus angenehmen Noten von Zitrone, Grapefruit, Limone oder Mandarine, gepaart mit einem leichten Hauch von Mango und Pfirsich. Dafür zuständig ist eine abgestimmte Komposition aus den Aromahopfen Calypso, Chinook, Mosaic und Pekko, die in der Kalthopfung zum Einsatz kamen. Dass der Roggen im Geruch nicht weiter hervorsticht, lässt uns erstmal etwas ernüchternd zurück. Dennoch scheint das Bier aufgrund des Geruchs viel zu versprechen, auch wenn wir was anderes erwartet hätten.

Geschmack
Bereits beim ersten Schluck schlagen die Aromen nur so um sich. Hier zeigen sich die bereits im Geruch erwähnten Zitrusnoten sowie eine zusätzliche Aprikosenkomponente, abgerundet mit blumig, aber auch dezent waldigen Noten. Erst nach dem Hopfen dringt der Roggen endlich mit einer leichten Bittere durch. Und jetzt zeigt sich glücklicherweise auch ein weiterer Aspekt, den wir bei vielen bisher getrunkenen Roggenbieren vermisst haben: eine leichte Zähflüssigkeit, die man auch mit dem Gefühl von Öligkeit vergleichen könnte. Durch die speziellen Eigenschaften von Roggenmalz ist das ein Punkt, der bei vielen Roggenbieren untergeht, da hier meist mit einem zu geringen Roggenanteil gearbeitet wird. Das First (t)Rye wurde allerdings mit einem Anteil von 53% eingebraut, was sich durch die angesprochene Konsistenz bemerkbar macht. Leider geht der Roggen geschmacklich hinter der geballten Hopfenpower etwas unter, allerdings ist dies nur ein kleiner Makel, den das Bier beim nächsten Schluck direkt wieder wett macht. Im Abgang bekommen wir dann auch direkt noch die 75 IBU zu spüren. Diese recht hohe Bittere hält für ein Lager auch ziemlich lange an, rundet das Bier aber dennoch gekonnt ab.

Fazit
Da wir bereits wissen, dass es vom „First (t)Rye“ nur 100 Fässer und keine Flaschen gibt, kann unser Fazit nur auf eine Weise ausfallen: ab zum Taproom Jungbusch, solange es noch etwas zu zapfen gibt! Das Rye India Pale Lager von Welde & Jopen ist ein Bier mit einer abgestimmten Komposition aus Hopfenaromen und einem recht hohen Roggenanteil, welcher das Bier leicht ölig macht. Durch die 5,5% vol. Alkohol ist es definitiv ein Bier, was man den ganzen ABend genießen kann. Da wir auch genau das getan haben, sollte sich jeder beeilen, der dieses Bier noch probieren möchte.

Hopfensorten Calypso, Chinook, Mosaic, Pekko
Malzsorten Roggen, Gerste
Alkoholgehalt 5,5 %
Bittereinheiten 75 IBU
Aroma Zitrone, Grapefruit, Mandarine, Pfirsich, Aprikose, Roggen
Fruchtigkeit rating_icon rating_icon rating_icon
Malz rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon rating_icon
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Hoptimizer Hoptimizer • 18. Februar 2017


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